Gedenken an Pfarrer August Halbe - Förderverein traf sich zur Mitgliederversammlung und setzt sich für den Erhalt der Heimkehrer-Dankeskirche ein

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Einen besonderen Gedenktag feierte am vergangenen Sonntag (18. März 2012) die Heimkehrer-Dankeskirche Bochum-Weitmar. Sie gedachte in einem festlichen Hochamt am 4. Fastensonntag (lat. laetare "freue dich!") mit Pastor Theo Schwens, der vom Ruhrbischof auch weiterhin besonders für die Kirche mit ihrer Gedenkstätte in der Krypta beauftragt ist, ihrem Erbauer und 1. Pfarrer, August Halbe, der an diesem Wochenende 100 Jahre alt geworden wäre. 

Unter den zahlreichen Gläubigen konnte Pastor Theo Schwens unter anderem einige Verwandte des Priesters August Halbe in der Heimkehrer-Dankeskirche begrüßen, die aus dem sauerländischen Geburtsort Ottfingen und der Umgebung angereist waren. Seine schriftlichen Grüße übermittelte auch der Ottfinger Pfarrer Ludger Vornholz der Gemeinde.

Dem Erbe Pfarrer August Halbes – einen ‚lebendigen Dankaltar’ als Mahnmal für Frieden und Aussöhnung unter den Völkern zu schaffen und so seinen Dank für die glückliche Rettung aus der Kriegsgefangenschaft auszudrücken – fühlen sich bis heute viele Menschen in der Gemeinde an der Filialkirche Heilige Familie verpflichtet. Der Vertreter Papst Benedikt XVI. in Deutschland, Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset, der am 2. Juni 2012 in der Heimkehrer-Dankeskirche zu Gast sein wird, richtete zum 50. Weihetag des Gotteshauses im Jahr 2009 eine schriftliche Grußbotschaft an die Gemeinde mit folgendem Auftrag: „Mit dem Dank an Gott, der in der ‘Heimkehrer-Dankeskirche’ seinen Ausdruck findet, verbindet sich … das dankbare Gedenken an Pfarrer August Halbe und alle, die seinerzeit zur Umsetzung des Projektes beigetragen haben, aber auch an die, die sich dem Vermächtnis verpflichtet wissen, das mit dieser Kirche verbunden ist.“

Diesem Anliegen – sich Halbes Vermächtnis verpflichtet zu wissen – möchte der Förderverein Heimkehrer-Dankeskirche Bochum-Weitmar Rechnung tragen. Er sorgt dafür, die weitere Gemeindearbeit finanziell zu fördern und zu unterstützen. Nachdem die Pfarrei St. Franziskus mit der Filialkirche Heilige Familie (Heimkehrer-Dankeskirche) errichtet wurde, stehen der Kirche auch weniger Kirchensteuermittel zur Verfügung. So sorgt der Förderverein dafür, dass hier auch weiterhin ein Gemeindeleben möglich ist. Im Anschluss an das festliche Hochamt, indem auch besonders an die verstorbenen Mitglieder des Fördervereins gedacht wurde, trafen sich die Mitglieder im Gemeindeheim zur diesjährigen Mitgliederversammlung. In der Vergangenheit konnten bereits einige Maßnahmen durch den Verein unterstützt werden. Darüber informierte der Vorsitzende Dr. Jochen Drügh die Mitglieder in seinem Bericht. Unter anderem beschloss die Versammlung, die örtlichen Pfadfinder mit einem entsprechenden Betrag bei der Anschaffung neuer Zelte zu unterstützen. Während der Versammlung wurde auch ein neuer Vorstand gewählt. Dieser setzt sich nun wie folgt zusammen: Dr. Jochen Drügh (Vorsitzender), Alfons Stiewe (stellvertretender Vorsitzender), Lothar Schmidt (Kassierer), Bernd Heumann (Schriftführer) und Pfarrer Norbert Humberg (geborenes Mitglied). Pastor Theo Schwens richtete zum Schluss noch einige Worte an die zahlreich erschienenen Mitglieder und wies auf die Bedeutung der Heimkehrer-Dankeskirche und besonders ihre aussagekräftigen Kirchenfenster hin.

Dr. Jochen Drügh bedankte sich besonders für die finanzielle Unterstützung durch Gruppen und Vereine der Gemeinde sowie die Spenden einzelner Privatpersonen. Besonders erwähnte er die Einnahmen aus dem Gemeindefest, des Basars des Handarbeits- und Bastelkreises und des KAB-Lottotipps. Diese Beträge konnten dem Förderverein für seine Arbeit zur Verfügung gestellt werden.

"Wir möchten die Menschen stärker an die Heimkehrer-Dankeskirche binden, ihnen eine Plattform bieten, sich zu engagieren und so das Gefühl der Verbundenheit mit ihrer Kirche stärken.", so der Vorsitzende, Dr. Jochen Drügh.

Informationen zum Förderverein gibt es bei Dr. Jochen Drügh (Tel.: 0234 4628408, Email: druegh.bochum@arcor.de) oder Alfons Stiewe (Tel.: 0234 471525, Email: alfons.stiewe@web.de).

Gruppen, Vereine und Verbände haben auch die Möglichkeit die Kirche und ihre Gedenkstätte in der Krypta nach vorheriger Terminabsprache zu besuchen und an einer Kirchenführung teilzunehmen. Ansprechpartner sind Alfons Stiewe und Christian Herker (Tel.: 0234 473453, Email: christianherker@yahoo.de).


Hintergrund:

Die Heimkehrer-Dankeskirche wurde 1958 von Pfarrer August Halbe errichtet. Nach seiner Heimkehr aus einer fünfjährigen Kriegsgefangenschaft im Ural begann er zusammen mit 20 weiteren ehemaligen Kriegsgefangenen den Bau der Kirche. Im Dezember 1959 weihte Bischof Dr. Franz Hengsbach von Essen die Kirche, welche seit 2005 unter Denkmalschutz steht. Für viele Menschen ist die Heimkehrer-Dankeskirche ein Ort der Erinnerung und ein Mahnmal für Frieden und Aussöhnung unter den Völkern.


Foto (v.l.n.r.):
 

Lothar Schmidt, Dr. Jochen Drügh, Alfons Stiewe, Bernd Heumann.


Bild: Christian Herker